Forschungsbereich

Bildung & Forschung

Landesuniversität: Die Eberhard Karls Universität Tübingen während des Nationalsozialismus

von Arbeitsgruppe "Bildung & Forschung", ergänzt von Benedict von Bremen
Nationalsozialistische Veranstaltung in der Neuen Aula, 1938. (Foto: Stadtarchiv Tübingen)

Viele der vorliegenden Biografien behandeln Angehörige der Universität Tübingen ein, die auf unterschiedliche Weise nationalsozialistische Verfolgungsmaßnahmen unterstützt oder legitimiert haben.

Entgegen einer noch immer weit verbreiteten Annahme waren die Nationalsozialisten nicht wissenschaftsfeindlich. Sie waren vielmehr bei ihren politischen Projekten auf die Expertise, Unterstützung und Legitimierung durch Wissenschaftler angewiesen. Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik im Nationalsozialismus fügt sich längerfristige Prozesse zur "'Verwissenschaftlichung des Sozialen'" (Lutz Raphael) beziehungsweise zur "'Politisierung der Wissenschaft'" (Peter Weingart) ein. Der Wissenschaftshistoriker Mitchell Ash hat dieses Wechselverhältnis im Nationalsozialismus mit der Formulierung "Wissenschaft und Politik als Ressourcen für einander" bezeichnet.1 Während einerseits die Politik von wissenschaftlicher Expertise, Unterstützung und Legitimierung profitierte, erhielt die Wissenschaft für entsprechende Forschungen und Arbeiten finanzielle Mittel, Personalstellen und einen deutlich erweiterten Zugang zu den Untersuchungsobjekten, beispielsweise den Körpern von Entrechteten.

Dabei ist zu betonen, dass Wissenschaft im Nationalsozialismus, entgegen verbreiteter Annahmen, keine Pseudowissenschaft war, sondern politisierte Wissenschaft. Der Verweis auf den unwissenschaftlichen Charakter einzelner besonders ideologischer Forschungsbereiche kann vor allem als ein Ablenkungsmanöver von selbst politisch belasteten Wissenschaftlern gelten, die hierdurch ihren Ruf reinwaschen wollten.2

Von den Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (heute Max-Planck-Gesellschaft)3 abgesehen, fand die wissenschaftliche Forschung im Nationalsozialismus vor allem an den Universitäten statt. Diese arbeiteten teilweise bei ideologisch bedingten Projekten wie dem "Aktion Ritterbusch" genannten Projekt zum "Kriegseinsatz der Geisteswissenschaften".4

Die Situation an der Universität Tübingen gestaltete sich zum Zeitpunkt ihrer Machtübernahme für die Nationalsozialisten günstig. Das politische Klima an der Universität Tübingen, wie an vielen anderen Traditionsuniversitäten auch, kann in den Jahren vor 1933 als stark von Nationalismus, Antisemitismus und antidemokratischem Denken beschrieben werden. Unter den Lehrenden herrschten konservative bis deutschnationale Einstellungen vor. Unter den Studierenden fassten völkische und nationalsozialistische Ideen früh Fuß. Nationalistische Studentenverbindungen, der Hochschulring deutscher Art und der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund prägten das Bild.5 Es waren auch Aktivisten des NS-Studentenbunds, die im März 1933 mit der Hissung der Hakenkreuz-Fahne auf dem zentralen Gebäude der Universität, der Neuen Aula, die symbolische Machtübernahme der Nationalsozialisten betrieben.6 Der allergrößte Teil der Lehrenden stellte sich bereitwillig in den Dienst des nationalsozialistischen Regimes, viele traten der NSDAP oder der SA bei. Neugeschaffene Ämter und Strukturen, wie das eines „Gleichschaltungskommissars“ und das eines NS-Dozentenbundsführers, die mit ihren weitreichenden Kompetenzen in die Selbstverwaltungsrechte der Universität bei Berufungen und Entlassungen intervenieren konnten, wurden ohne Widerstand akzeptiert. Entlassen mussten ohnehin nur sehr wenige Universitätsangehörige werden. Jüdische Bewerber auf Lehrstühle waren bereits während der Weimarer Republik systematisch benachteiligt gewesen. Bereits 1931 verließ der letzte jüdische Lehrstuhlinhaber und spätere Nobelpreisträger, der Physiker Alfred Landé, die Universität Tübingen und Deutschland.7

Während des Zweiten Weltkriegs stellte sich die Universität in mehrfacher Hinsicht in den Dienst der Wehrmacht. Beispielsweise studierten Angehörige der Marineärztlichen Akademie an der Universität Medizin.8 Zahlreiche Kliniken wurden im Laufe des Krieges zur Versorgung verwundeter deutscher Soldaten als Wehrmachtslazarette genutzt.

Zur Forschung über die Universität Tübingen im Natinalsozilismus liegen mittlerweile drei Überblicksarbeiten vor. Uwe Dietrich Adam legte 1977 eine Monografie zu dem Thema vor.9 2010 erschien ein umfangreicher Sammelband, der von mehreren Mitgliedern des Arbeitskreis Universität Tübingen im Nationalsozialismus herausgegeben wurde.10 2015 erschien anlässlich einer Ausstellung des Museums der Universität Tübingen ein Ausstellungskatalog zu dem Thema.11 Zur Geschichte einzelner Fakultäten, Institute, Personen und Verbrechenskomplexen an der Universität Tübingen im NS liegt eine Vielzahl an Publikationen vor.12

Einen breiten Raum nehmen die Mediziner an der Universität Tübingen ein. Dies hat zwei Gründe. Zum einen entwickelte sich die Medizinische Fakultät während des Nationalsozialismus zur größten sowohl in Bezug auf die Anzahl der Lehrenden als auch der Studierenden. Damit einher ging ein Anwachsen der Bedeutung der Medizinischen Fakultät. Die Medizin erlangte jedoch auch allgemein als Fach einen Bedeutungsgewinn, da es maßgeblich sie war, die als fähig angesehen wurde, die eugenischen, rassistischen und antisemitischen Ziele des Nationalsozialismus zu verwirklichen. An diesen arbeiteten zahlreiche Mediziner begeistert mit. So waren es unter den Mitarbeitern der Universität auch zum maßgeblichen Teil Mediziner, die sich an nationalsozialistischen Verbrechen beteiligten. Sie arbeiteten an zwangsförmigen Eingriffen wie Sterilisationen und Kastrationen mit, sie betrieben "Rassenforschungen" über Jüdinnen und Juden sowie über Sinti und Roma, und sie nutzten die Leichname von toten NS-Opfern für anatomische Kurse und Dauerpräparate.13 Und obwohl die Universität als Ganzes von der Zwangsarbeit von ausländischen Zivilisten und Kriegsgefangenen profitierte, so waren es doch zu einem erheblichen Teil die Universitätskliniken, die teilweise als Wehrmachtslazarette genutzt wurden, die die meisten ZwangsarbeiterInnen beschäftigten.14

Die Eugenik als Lehre von der qualitativen Bevölkerungspolitik war keine Erfindung der Nationalsozialisten. Bereits seit dem späten Wilhelminischen Kaiserreich wurden Maßnahmen zur Verbesserung des Erbguts in der Bevölkerung beziehungsweise zur Prävention einer erblichen Verschlechterung gefordert.15 Ein früher Fürsprecher der Sterilisation von vermeintlich erbkranken Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Krankheit war 1925 Robert Gaupp, der Leiter der Universitätsnervenklinik. Ab 1934 wurden auf der Grundlage des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" über 1.100 Männer, Frauen und Jugendliche an der Chirurgischen Klinik und der Frauenklinik der Universität operativ sterilisiert. Tübinger Universitätsmediziner beteiligten sich durch Anzeigen, Anträge und Begutachtungen, als ärztliche Beisitzer in den sogenannten "Erbgesundheitsgerichten" und schließlich als Operateure an diesem nationalsozialistischen Medizinverbrechen.16 Zwangsweise sterilisiert wurden auch fünf Sinti.17 An der Chirurgischen Klinik wurden zwischen 1934 und 1945 auch 27 Sexualstraftäter operativ kastriert.18 Den Leiter dieser Klinik, Willy Usadel, porträtiert Jens Kolata mit einer Biografie. Mit dem Direktor der Universitäts-Nervenklinik und Rektor der Universität Tübingen Heinrich F. Hoffmann (Autor: Jens Kolata) wird ein weiterer Mediziner dargestellt, der an den Zwangssterilisationen in Tübingen in verantwortlicher Position und mit eugenischer Überzeugung beteiligt war.

Eine der ideologisch bedingten Neugründungen an der Universität Tübingen war das 1934 eingerichtete Rassenkundliche Institut unter dem Anthropologen Wilhelm Gieseler.19 Neben dem Projekt, durch rassenanthropologische Erhebungen die rassische Zusammensetzung der schwäbischen Bevölkerung in Form einer "Schwäbischen Rassenkunde" zu erstellen, wurde an dem Institut vor allem an erbbiologische Abstammungsgutachten gearbeitet. Die Anthropologen sollten hierbei in unklaren Fällen die Abstammung und damit auch die rassische Zugehörigkeit der Probanden bestimmen. Dies hatte unmittelbare Folgen für die Rechte der Betroffenen. Durch diese Gutachten wurde somit der rassistischen Verfolgungspolitik mit anthropologischer Expertise zugearbeitet.20 Mehrere MitarbeiterInnen des Instituts waren vor, während oder nach ihrer Arbeit an der Universität Tübingen an rassistischen Maßnahmen beteiligt. So leitete der frühere Oberarzt der Nervenklinik Robert Ritter (Kurzbiografie von Jens Kolata) ab 1936 eine Stelle des Reichsgesundheitsamtes, die den Auftrag hatte, sämtliche Sinti und Roma im Reich zu erfassen. Seine Mitarbeiterin Sophie Ehrhardt (Kurzbiografie von Benedict von Bremen) arbeitete ab 1942 in Gieselers Institut und forschte mit den erhobenen Daten noch bis in die 1980er Jahre. Der Anthropologe Hans Fleischhacker (Kurzbiografie von Jens Kolata) habilitierte mit einer Arbeit über die Handabdrücke von Juden, die im deutsch besetzten Lodz erhoben wurden. 1943 beteiligte er sich im Auftrag der SS im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz an Selektionen von jüdischen Häftlingen, die für eine Skelettsammlung ermordet wurden.

Auch die Tatsache, dass das Anatomische Institut mehrere hundert Leichname von NS-Opfern für Präparierkurse für Studierende der Medizin und für Präparate nutzte, ist zu den NS-Medizinverbrechen an der Universität Tübingen zu zählen.21

Aber auch Mediziner, die nicht an Medizinverbrechen betätigt waren, unterstützten auf andere Weise das NS-Regime.22 So war der Physiologe Rupprecht Matthaei, den Edgar Lersch in einem Beitrag behandelt, als NS-Dozentenbundsführer der höchstrangige NS-Funktionär an der Universität. Als solcher organisierte er die weltanschauliche Schulung der Universitätsangehörigen. Auch konnte er Einfluss auf Berufungsverfahren nehmen. Zugleich war Matthaei als Mitglied des Tübinger Gemeinderats an der Verabschiedung von nationalsozialistischen Maßnahmen wie dem Freibadverbot für Jüdinnen und Juden im Juli 1933 maßgeblich beteiligt.

Eine Anbindung der Tübinger Tropenklinik, die unter freier Trägerschaft stand, an die Universität strebte deren Leiter Otto Fischer an. Dessen Biografie wurde von Karin Engels und Richard Kühl erstellt. Die Tropenklinik war für die nationalsozialistischen Pläne einer (Wieder-)Errichtung eines Kolonialimperiums von gewisser Bedeutung.

Neben der Medizin waren auch Vertreter von Geistes- und Kulturwissenschaften an der Universität Tübingen bestrebt, sich dem nationalsozialistischen Regime als nützlich zu erweisen, in dem sie ihre Expertise anboten. Ein besonderer Fall ist hierbei die Theologie: Obwohl es in Teilen der beiden christlichen Kirchen zu Versuchen einer Selbstbehauptung der eigenen Struktur gegenüber der nationalsozialistischen Vereinnahmung kam, wie etwa bei der evangelischen Kirche durch die "Bekennende Kirche", stellten sich – wenn es um die Feindschaft gegenüber dem Judentum ging, – Theologen mit ihrem Wissen in den Dienst der Nationalsozialisten. So waren die beiden evangelischen Theologen Gerhard Kittel und Karl Georg Kuhn bestrebt, an der Universität Tübingen eine geisteswissenschaftliche Judenforschung mit einer dezidiert antisemitischen Zielsetzung aufzubauen. Sie beteiligten sich an antisemitischen Forschungsgremien und arbeiten an der Erstellung antisemitischer Ausstellungen mit.23 Auch der katholische Theologe Karl Adam vertrat öffentlich judenfeindliche Positionen (Kurzbiografie von Benedict von Bremen).

Auch mehrere Tübinger Vertreter des Faches Philosophie versuchten sich im nationalsozialistischen Sinne zu profilieren. Am Philosophischen Seminar wurden bereits in der Weimarer Zeit antidemokratische Positionen vertreten. Im Laufe des Nationalsozialismus traten zunehmend antisemitisch-völkische dazu.24 Manfred Hantke behandelt mit Max Wundt, Albert Dietrich und Erich Keller drei Vertreter dieses Ansatzes ausführlich und Theodor Haering mit einer Kurzbiografie.

Zu deutschem Volks- und Brauchtum im In- und Ausland forschte das 1933 eingerichtete "Institut für deutsche Volkskunde".25 Dessen Institutsdirektor Gustav Bebermeyer, der zugleich auch als Gleichschaltungskommissar fungierte, wird mit einer Kurzbiografie von Monika Schober dargestellt. Valentin Heinze stellt in einer Kurzbiografie den Psychologen und "Deutschen Christen" Gerhard Pfahler dar. Benedict von Bremen skizziert Gustav Riek, Direktor des Urgeschichtlichen Instituts,26 der als SS-Hautpsturmführer im SS-Sonderlager Hinzert an der Ermordung von sowjetischen Kriegsgefangenen beteiligt war und somit laut Michael Strobel "damit wohl der einzige deutsche Prähistoriker [war], der in einem Lager Befehlsfunktionen ausübte".27

Einzelnachweise

Mehr
  1. Ash, Mitchell, "Wissenschaft und Politik als Ressourcen füreinander. Programmatische Überlegungen am Beispiel Deutschlands", in: Büschenfeld, Jürgen / Franz, Heike / Kuhlemann, Frank-Michael (Hg.), Wissenschaftsgeschichte heute. Festschrift für Peter Lundgreen, Bielefeld 2001, S. 117-134.
  2. Schleiermacher, Sabine / Schagen, Udo, "Medizinische Forschung als Pseudowissenschaft. Selbstreinigungsrituale der Medizin nach dem Nürnberger Ärzteprozess", in: Rupnow, Dirk / Lipphardt, Veronika / Thiel, Jens / Wessely, Christina (Hg.), Pseudowissenschaft. Konzeptionen von Nichtwissenschaftlichkeit in der Wissenschaftsgeschichte, Frankfurt a. M. 2008, S. 251-278.
  3. Zu deren Geschichte siehe unter anderem Kaufmann, Doris (Hg.), Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus: Bestandsaufnahme und Perspektiven der Forschung, Göttingen 2000.
  4. Hausmann, Frank-Rutger, "Deutsche Geisteswissenschaft" im Zweiten Weltkrieg. Die "Aktion Ritterbusch" (1940–1945), Heidelberg 2007.
  5. Schönhagen, Benigna, Tübingen unterm Hakenkreuz. Eine Universitätsstadt in der Zeit des Nationalsozialismus, Stuttgart 1991, S. 33f.
  6. Wildt, Michael, Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes, Hamburg 2003, S. 99-101.
  7. Lang, Hans-Joachim, „Jüdische Lehrende und Studierende in Tübingen als Opfer des Nationalsozialismus“, in: Wiesing, Urban / Brintzinger, Klaus-Rainer / Grün, Bernd / Junginger, Horst / Michl, Susanne (Hg.), Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus, 2010, S. 609-628.
  8. Kolata, Jens, "'Marine am Neckar'. Die Marineärztliche Akademie in Tübingen 1941-1945", in: Möller, Matthias (Hg.), Still gestanden? Die Geschichte einer alten Kaserne, Stuttgart 2009, S. 95-100.
  9. Adam, Uwe Dietrich, Hochschule und Nationalsozialismus. Die Universität Tübingen im Dritten Reich, Tübingen 1977.
  10. Wiesing, Urban / Brintzinger, Klaus-Rainer / Grün, Bernd / Junginger, Horst / Michl, Susanne (Hg.), Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus, 2010.
  11. Seidl, Ernst (Hg.), Forschung, Lehre, Unrecht. Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus, Tübingen 2015.
  12. Für eine Überblicksliste zur Forschungsliteratur über die Universität Tübingen im NS (bis zum Jahr 2010) siehe Universitätsarchiv Tübingen (Hg.), Die Universität Tübingen und der Nationalsozialismus. Eine Bibliographie, bearbeitet von Johannes Wischnath in Verbindung mit Irmela Bauer-Klöden, Tübingen 2010 <uni-tuebingen.de/universitaet/profil/geschichte-der-universitaet/aufarbeitung-ns-zeit>, (letzter Zugriff: 21.10.2020).
  13. Grün, Bernd, "Die Medizinische Fakultät Tübingen im Nationalsozialismus. Überblick und Problematisierungen", in: Wiesing, Urban / Brintzinger, Klaus-Rainer / Grün, Bernd / Junginger, Horst / Michl, Susanne (Hg.), Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus, Stuttgart 2010, S. 239-277.
  14. Arbeitskreis "Universität Tübingen im Nationalsozialismus", Bericht des Arbeitskreises "Universität Tübingen im Nationalsozialismus" zum Thema Zwangsarbeit an der Universität Tübingen im Zweiten Weltkrieg <uni-tuebingen.de/universitaet/profil/geschichte-der-universitaet/aufarbeitung-ns-zeit> (letzter Zugriff: 18.11.2020); Wiglusch, Agnes / Schittenhelm, Judith, "Zwangsarbeiter an der Universität Tübingen 1940-1945", in: Wiesing, Urban / Brintzinger, Klaus-Rainer / Grün, Bernd / Junginger, Horst / Michl, Susanne (Hg.), Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus, Stuttgart 2010, S. 629-684; Bayer, Barbara, "Es ist nun die Frage, wohin mit ihr". Zwangsarbeiterinnen und ihre Kinder als Patientinnen und Patienten in der Universitätsfrauenklinik Tübingen 1939 – 1945, Stuttgart 2008; zu Zwangsarbeit in Tübingen allgemein siehe Projektgruppe des Ludwig-Uhland-Institutes der Universität Tübingen, Fremde Arbeiter in Tübingen 1939-1945, Tübingen 1985. Der Verein Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus e.V. hat 2019 die von Daniel Hadwiger kuratierte Wanderausstellung "Ich habe meine Jugend und meine Gesundheit verloren." Zwangsarbeit in Tübingen 1939-1945 veröffentlicht: <ldns-tuebingen.de/laufende-projekte/ausstellung-ich-habe-hier-meine-jugend-und-meine-gesundheit-verloren-zwangsarbeit-in-tuebingen-1939-1945> (letzter Zugriff: 21.10.2020).
  15. Weingart, Peter / Kroll, Jürgen / Bayertz, Kurt, Rasse, Blut und Gene. Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland, Frankfurt am Main 1992; Weindling, Paul J., Health, Race and German Politics between National Unification and Nazism, 1870-1945, Cambridge 1989.
  16. Grün, Bernd, "Die Medizinische Fakultät Tübingen im Nationalsozialismus. Überblick und Problematisierungen", in: Wiesing, Urban / Brintzinger, Klaus-Rainer / Grün, Bernd / Junginger, Horst / Michl, Susanne (Hg.), Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus, Stuttgart 2010, S. 239-277, hier S. 258-266; Arbeitskreis 'Universität Tübingen im Nationalsozialismus', Bericht des Arbeitskreises 'Universität Tübingen im Nationalsozialismus' zu Zwangssterilisationen an der Universität Tübingen, Tübingen 2008 <uni-tuebingen.de/universitaet/profil/geschichte-der-universitaet/aufarbeitung-ns-zeit> (letzter Zugriff: 21.10.2020).
  17. Arbeitskreis 'Universität Tübingen im Nationalsozialismus', Bericht des Arbeitskreises "Universität Tübingen im Nationalsozialismus" zu 'Zigeunerforschung', 'Kriminalbiologie' und Zwangssterilisierungen von 'Zigeunern' an der Universität Tübingen, Tübingen 2011 <uni-tuebingen.de/universitaet/profil/geschichte-der-universitaet/aufarbeitung-ns-zeit> (letzter Zugriff: 21.10.2020).
  18. Kolata, Jens, "Kastrationsoperationen im Nationalsozialismus. Das Beispiel der Chirurgischen Universitätsklinik Tübingen", in: Ärzteblatt Baden-Württemberg 70/11 (2015), S. 564-567.
  19. Kolata, Jens / Kühl, Richard, "Wilhelm Gieseler und das Rassenkundliche Institut (1934-1945)", in: Seidl, Ernst (Hg.), Forschung - Lehre - Unrecht. Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus, Tübingen 2015, S. 107-111.
  20. Kolata, Jens / Kühl, Richard / Tümmers, Henning / Wiesing, Urban (Hg.), In Fleischhackers Händen. Wissenschaft, Politik und das 20. Jahrhundert, Tübingen 2015; Lang, Hans-Joachim, "'Ein schöner Einblick in die Forschungsarbeit'". Vorbereitende Beiträge Tübinger Wissenschaftler für die Zwangssterilisierung und Ermordung deutscher Sinti", in: Hägele, Ulrich (Hg.), Sinti, Roma und Wir. Ausgrenzung, Internierung und Verfolgung einer Minderheit, Tübingen 1998, S. 75-90; Oesterle, Anka, "Verwischte Spuren – Robert Ritter. Eine biographische Rückblende", in: Hägele, Ulrich (Hg.), Sinti, Roma und Wir. Ausgrenzung, Internierung und Verfolgung einer Minderheit, Tübingen 1998, S. 37-74; zur Geschichte der Rassenanthropologie in Deutschland allgemein siehe Hoßfeld, Uwe, Geschichte der biologischen Anthropologie in Deutschland. Von den Anfängen bis in die Nachkriegszeit, Wissenschaftskultur um 1900. Band 2, Stuttgart 2005.
  21. Schönhagen, Benigna, Das Gräberfeld X. Eine Dokumentation über NS-Opfer auf dem Tübinger Stadtfriedhof, Tübingen 1987 <tuebingen.de/Dateien/Graeberfeld_X.pdf> (letzter Zugriff: 21.10.2020); Hayes, Oonagh, "Gedenken anstoßen? Warum am Gräberfeld X (der Opfer) gedacht wird", in: Hermanns, Ludger / Hirschmüller, Albrecht (Hg.), Vom Sammeln, Bedenken, und Deuten in Geschichte, Kunst und Psychoanalyse. Gerhard Fichtner zu Ehren, Jahrbuch der Psychoanalyse Beiheft 25, Stuttgart 2013, S. 37-60; Stadtarchiv Tübingen, Die Toten des Gräberfeld X auf dem Tübinger Stadtfriedhof. Ein Gedenkbuch, Tübingen 2019 <tuebingen.de/Dateien/graeberfeldx_gedenkbuch.pdf> (letzter Zugriff: 21.10.2020).
  22. Zu der Berufsgruppe der Ärzte im Nationalsozialismus siehe Kater, Michael H., Ärzte als Hitlers Helfer, Hamburg 2000.
  23. Rieger, Reinhold, "Die Entwicklung der Evangelischen-theologischen Fakultät im 'Dritten Reich'", in: Wiesing, Urban / Brintzinger, Klaus-Rainer / Grün, Bernd / Junginger, Horst / Michl, Susanne (Hg.), Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus, 2010, S. 77-117.
  24. Hantke, Manfred; Geistesdämmerung. Das philosophische Seminar an der Eberhard-Karls-Universität 1918-1945, Dissertation, Tübingen 2015; Gebhart, Patricia, Der Fall Theodor Haering. Geschichte eines Tübinger Ehrenbürgers; vom Umgang mit der NS-Vergangenheit in Tübingen, Tübingen 2008.
  25. Besenfelder, Sabine, "Staatsnotwendige Wissenschaft". Die Tübinger Volkskunde in den 1930er und 1940er Jahren, Dissertation, Tübingen 2002.
  26. Strobel, Michael, Strobel, Michael, "Das Urgeschichtliche Institut der Universität Tübingen zwischen 1933 und 1945", in: Wiesing, Urban / Brintzinger, Klaus-Rainer / Grün, Bernd / Junginger, Horst / Michl, Susanne (Hg.), Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus, Stuttgart 2010, S. 321-349.
  27. Strobel, Michael, "Hans Reinerth und Gustav Riek – Modernitätsflüchtlinge in einer ungewissen Wissenschaft", in: Arbeits- und Forschungsberichte zur Sächsischen Bodendenkmalpflege 45 (2003), S. 443-461, hier S. 452.